„Klasse Texte – klasse Verpackung“ – Crossmediale Ansätze

Die Verpackung macht's! Das trifft auf alles mögliche zu. Produkte in einer adäquat hergestellten Verpackung ziehen mehr Aufmerksamkeit auf sich. Doch so ist das nicht nur mit materiellen Produkten. Auch bei Texten. In Zeiten von Digital- und Handykameras ist eine passende Bebilderung der Information nahzu Pflicht. Das Layout spielt mittlerweile in allen visuellen Printmedien eine zunehmend wichtige Rolle und kann das Thema unterstreichen und widerspiegeln.Gerade in Zeiten der zunehmend Diversifizierung auf dem Printmarkt und der größer werdenden Konkurrenz aus dem Internet, müssen sich Corporate Publishing Agenturen durch Alleinstellungsmerkmale von ihren Konkurrenten abheben. Qualtität spielt dabei eine entscheidende Rolle und multimediale Vernetzungen. Christian Stengl, Niederlassungsleiter der Münchner corps. Corporate Publishing Services GmbH, hat mit dem CP-Team unter anderem über mediale Vernetzung, crossmediale Ansätze und "branchenspezifische Komplettpakete" gesprochen.

Herr Stengl, eine leichte Frage zum Einstieg. Was meinen Sie: Rechnen sich hohe Qualitätsansprüche in der Produktion?
Qualität rechnet sich immer, weil sie nachhaltig ist. Außerdem gibt es meistens elegante Lösungen, um hohe Qualität mit vorhandenem Budget in Einklang zu bringen.
Experten meinen, Text und Layout müssen sich "voreinander verbeugen" - wie sind Ihre Erfahrungen?
In Publikums-, Fach- und Corporate Publishing Medien gilt dieselbe Grundregel: Klasse Texte verdienen klasse Verpackung.
Was werden in Zukunft die wichtigsten Qualitätskriterien im Corporate Publishing sein?
Ähnlich wie heute: Journalistische Qualität mit hochwertigem Layout. Zusätzlich wird eine mediale Vernetzung immer wichtiger. Online ergänzt Print, ersetzt es nicht.
Wie schaffen Sie es zukünftig, sich stärker an den Leser-Interessen und -wünschen zu orientieren?
Wir fragen die Leser und bekommen aufrichtige Antworten. Und wir fragen unsere Auftraggeber, wie deren Strategie aussieht. Abgerundet durch eigene Recherche ergibt sich so ein Ansatz, der gemeinsam umgesetzt werden kann.
Warum kommunizieren Sie noch auf Papier? Wenn Sie Ihr Magazin online bereitstellen, erreichen Sie erheblich mehr Adressaten und sparen obendrein noch Unsummen bei Druck und Versand.
Das geschieht bereits: Wir kommunizieren im Auftrag unserer Kunden wie die Softlab Group auf Papier und „in Pixeln“. Es geht hier nie um „entweder/oder“. Es geht um ein intelligentes Miteinander. Noch ein Beispiel: Unser Kunde IBM. Hier liefern wir den Lesern branchenspezifische Komplettpakete, bestehend aus Print, Online, Newsletter und Webcasts.
Wie schätzen Sie die Entwicklung des Verständnisses der Auftraggeber für die Notwendigkeit journalistischer Herangehensweisen in den CP-Medien ein?
Es ist meines Erachtens die falsche Herangehensweise, Verständnis einzufordern. Der richtige Weg: Überzeugen durch Gespräche, Produkte und vertrauensvolle Zusammenarbeit.
Welche Erwartungen und Eigenschaften wird der CP-Leser der Zukunft haben?
Der Leser möchte informiert werden, ohne belogen zu werden. Er möchte passgenaue Informationen, die ihn – beruflich und privat – weiterbringen. Und all das möglichst schnell.
Werden CP-Medien eines Tages nicht nur qualitätstechnisch Kioskzeitungen überholen - sondern ihnen am Zeitschriftenstand auch wirtschaftlich Konkurrenz machen?
Qualitativ sind CP-Medien schon top. Der Vertriebsweg Kiosk kann zusätzlich genutzt werden. Publikumsmedien werden durch CP-Magazine wohl nicht ersetzt werden, meines Erachtens wird es eher auf eine friedliche Koexistenz hinauslaufen.
Ebay macht es vor, andere nach - bekommt jeder Kunde bald sein eigenes Kundenmagazin? Wie weit gehen Sie den Trend zur Personalisierung mit?
Ebay schickt ja auch nur seinen Top-Kunden ein teilweise personalisiertes Blatt. Wenn es also tatsächlich einen Trend zur Personalisierung geben sollte, dann bestimmen ihn die Auftraggeber von CP-Medien. Wir gehen diesen Weg gerne mit unseren Kunden.
Was müssen die Ausbildungsstätten zukünftig in den Bereichen Konzept, Redaktion und Layout leisten?
Sie müssen vor allem vermitteln, wie sinnvoll es ist, nicht in Schubladen wie „Print“ oder „Online“ zu denken. Ein Redakteur sollte vor allem gut schreiben können, ganz egal, in welchem Medium der Text veröffentlicht wird. Einem angehenden Editorial Designer sollte beigebracht werden, dass er zukünftig Medienmarken gestalten soll, die auf verschiedenen Kanälen an den Leser gebracht werden. Und alle Blattmacher sollten bei Konzepten von vornherein crossmediale Ansätze noch stärker als bisher berücksichtigen.

CP-Lounge-Gespräche, Februar 2007

Kommentare sind geschlossen.